Lidl Plus nun auch in Deutschland

Lidl Plus nun auch in Deutschland

Im Wettrennen um Kunden im Einzelhandel macht Lidl nun mobil. Mit Lidl Plus startet nun ein einzigartiges Einkaufserlebnis – doch zu welchem Preis?

Mit der neuen Lidl Plus App können Kunden, zunächst in ausgewählten Filialen in Berlin und Brandenburg, ein neues Einkaufserlebnis erfahren. Die App sammelt Daten vom Kunden und bietet ihm individuelle Rabatte für bestimmte Produkte an. Quasi als Dank für die erhobenen Daten. Der stationäre Handel hatte gegenüber dem Online-Handel schon immer den Nachteil, dass der Kunde im Laden deutlich anonymer einkauft und man ihr deshalb schlechter kennt. In Zeiten immer weiter voranschreitender Individualisierung ein Problem, da man möglichst genau auf die Kundenwünsche eingehen muss um diesen langfristig zu binden. Lidl löst das Problem nun auf deren eigene Art. Mit der Lidl Plus App.

Rabatte an der Kasse

Zuvor schon in Österreich, Polen, Dänemark und in Teilen Spaniens getestet, kommt die App nun auch auf den deutschen Markt. Was zunächst in Berlin und Brandenburg beginnt, soll ab 2020 auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden. Die App versteht sich als Art digitale Kundenkarte. An der Kasse werden dann den Einkäufen ganz einfach dem jeweiligen Kundenkonto zugeordnet und die jeweiligen Rabatte verrechnet. Über QR-Codes werden die Rabatte über spezielle Scanner einfach eingelesen und verrechnet. Auch erhält man über die App Rubbellose und kann weitere Rabatte gewinnen. Dadurch sammelt Lidl eine erhebliche Menge an Daten, die dazu dienen die eigenen Kunden besser verstehen zu können, auf deren Bedürfnisse noch besser eingehen und sie letztlich besser bewerben zu können. 

Kritik folgt auf dem Fuße

Datenschützer sehen die Einführung der App durchaus kritisch. Lidl sammle nicht nur einfache Daten über Zeit und Ort des Einkaufs, vielmehr können mitunter sensible Gesundheitsdaten mit gesammelt werden, beispielsweise wenn ein Kunde Nahrungsergänzungsmittel kauft etc. Der Landesbeauftragte für Datenschutz in Bade-Württemberg Stefan Brink kündigte im Tagesspielgel bereits am 13.06.2019 an, er wolle die App prüfen lassen.

Er sehe es neben den Gesundheitsdaten auch kritisch, dass potentiell Kinder die App verwenden könnten und auch über diese Daten gesammelt werden könnten. Man müsse prüfen, ob dies zulässig sei. Ein weiterer Kritikpunkt sei, dass nicht jeder Kunde im Laden denselben Preis für ein und dasselbe Produkt erhalte. Die Einführung nun in Deutschland zeigt jedoch auch, dass die App von Lidl einen Vorteil für den Konzern zu versprechen scheint. Genaue Zahlen gab das Unternehmen indes nicht bekannt. 

2 Juli 2019

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