Kunden leichtfertiger mit Daten als sie glauben

Kunden leichtfertiger mit Daten als sie glauben

Viele Kunden sind mit ihren eigenen Daten deutlich freizügiger als sie allgemein glauben. Dies belegt nun eine Studie des ECC Köln.

In einem Artikel vom 20.08.2019 von Eva-Susanne Krah auf springerprofessional.de beschreibt diese die zentralen Ergebnisse der, von der ECC Köln durchgeführten Studie „Handel mit Zukunft“ bei der rund 2.000 Internetuser hinsichtlich, der von ihnen preisgegebenen Daten bei Online-Einkäufen und Bestellungen, befragt wurden. Beim Kauf von Produkten gibt der User zumeist einige personenbezogene Daten von sich an, ist sich dem aber nicht immer bewusst und erst recht nicht, was mit seinen Daten im Nachgang passiert. 

Datenabgabe oftmals nicht bewusst

Ein zentrales Ergebnis der Studie besagt daher, dass rund 51% der Befragten glauben, noch nie Daten zum eigenen Kaufverhalten freigegeben zu haben. Jedoch hätten schon rund 90% von ihnen bereits regelmäßig Online eingekauft und weitere 74% von Ihnen nutzen gar Kundenkarten. Dies veranschaulicht diese These recht gut. Auch gehen 63% der Befragten davon aus, noch nie persönliche Kontakte freigegeben zu haben, jedoch nutzen rund 95% aller Teilnehmenden beispielsweise den Messenger-Dienst WhatsApp, bei dem eben jene Daten freigegeben werden. Auch glauben 68% der Befragten, sie hätten noch nie Bewegungsdaten freigegeben, gleichsam greifen rund 80% von ihnen regelmäßig auf Navigationsdienste zu und geben damit in der Regel Standortdaten von sich preis. (vgl. ebd.)

Vertrauen in deutsche Unternehmen

Woher kommt also diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit? Die negative Einstellung der Befragten zur Datenweitergabe deckt sich in sehr vielen Fällen nicht mit der tatsächlichen Nutzung vieler digitaler Anwendungen. In diesem Zusammenhang ist es ebenso erstaunlich, dass trotz jüngster Datenskandale rund 59% der Befragten deutschen Unternehmen beim Umgang mit personenbezogenen Angaben vertrauen. (vgl. ebd.)

Misstrauen in ausländische Unternehmen

Das Vertrauen in US-amerikanische und chinesische Unternehmen ist hingegen längst nicht so hoch. In einer Studie der Pegasystems Inc. aus dem letzten Jahr wurden ebenfalls rund 2.000 deutsche Konsumenten nach ihrem Verhältnis zum Sammeln von Daten für personalisierte Services befragt. Diese deckt sich recht gut mit den Ergebnissen der ECC-Studie. So vertrauen die Befragten in Bezug auf deren Daten am ehesten ihren Banken (41%), zumeist weil sie ihre Bankberater persönlich kennen, könnte man nun annehmen. Weitaus weniger Vertrauen bringen sie öffentlichen Stellen (25%) entgegen und Versicherungen kommen nur noch auf 21% Zustimmung. Interessant wird es jedoch, wenn man sich die restlichen Ergebnisse anschaut. Große Handelsplattformen wie Amazon kommen gerade einmal auf 17%, Streamingdienste wie Netflix und Spotify kommen auf 6%, ebenso wie die sozialen Medien alla Facebook, Twitter oder Instagram. (vgl. www.pega.com vom 28.11.2018) 

Grundsätzlich wenig Vertrauen

Grundsätzlich scheinen die Anwender also wenig Vertrauen in Unternehmen zu haben. Doch fällt auf, je unumgänglicher ein Unternehmen für den Kunden ist, desto mehr Vertrauen bringen sie diesem entgegen. An Banken kommt einfach niemand vorbei, ebenso wenig wie an öffentlichen Verwaltungen und Versicherungen. Auch nutzen viele Menschen heutzutage wie selbstverständlich Dienste von Amazon, da sie jedoch nicht auf diese angewiesen sind, sinkt das Vertrauen dann doch. Noch weniger sind sie auf soziale Medien angewiesen und vertrauen dementsprechend diesen Unternehmen deutlich weniger. Diese These wird weiter gestützt, schaut man sich Streamingdienste an, die zumindest noch einen direkten Nutzen für den Anwender mit sich bringen und E-Mailservices, auf die schon weitaus mehr Menschen angewiesen sind. Deshalb schneiden diese auch noch mit 10% ab. Ob man diese Ergebnisse so interpretieren kann, bleibt offen, auffällig ist dieser Trend jedoch allemal. 

Was die Ergebnisse beider Studien jedoch offen zu Tage legen, ist die Tatsache, dass Kunden oftmals Daten von sich preisgeben, ohne die Tragweite dahinter zu kennen. Oftmals ist Kunden nicht einmal bewusst, dass diese gerade Daten von sich freigegeben haben. Damit Unternehmen Vertrauen schaffen, gilt es also die Nutzung der Daten so transparent wie möglich zu gestalten. 

22 August 2019

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