Wenn die globalen Player mithören

Wenn die globalen Player mithören

Ob Google, Apple, Amazon und nun auch Microsoft, sie alle haben derzeit mit dem Vorwurf zu kämpfen, Gesprächsaufnahmen von Mitarbeitern auswerten gelassen zu haben.

Hören die mächtigen US-Konzerne unsere Gespräche ab? Es klingt schon beängstigend, was da zurzeit an Vorwürfen auf die Großkonzerne Apple, Google, Microsoft und Amazon einprasselt. Indes beschwichtigen die Tech-Riesen, es seien nur einzelne wenige Gesprächsaufnahmen von Mitarbeitern zum Zwecke der Überprüfung der Qualität der Reaktion von Sprachassistenten, untersucht worden. Bereits im April ereilte Amazon der Vorwurf, man würde Audiomitschnitte von Sprachbefehlen, die an Alexa gerichtet werden auswerten. Im Juli dann der gleiche Vorwurf an Google, die daraufhin ebenfalls bestätigten vereinzelnd Auswertungen vorzunehmen. Man wolle so die Effizienz der Sprachassistenten verbessern, so dass diese den Nutzer in Zukunft noch besser verstehen. Auch Apple soll Sprachbefehle, die an Siri gerichtet wurden, von Mitarbeitern ausgewertet lassen haben. (vgl. Jörn Brien vom 31.07.2019 auf t3n.de) 

Microsoft in der Kritik

Nun reiht sich scheinbar auch Microsoft in diese Riege ein, kurz nachdem die Tech-Konzerne die Auswertungspraxis in Europa ausgesetzt haben. So sollen hier gar externe Mitarbeiter Skype-Gespräche mitgehört haben. Zwar gehe aus den Skype-Nutzungsbedingungen hervor, dass man vereinzelnd Gespräche zu Qualitätszwecken auswerte, dass dies jedoch von Menschen vorgenommen werden nicht. Microsoft unterhält neben dem Telefonie-Dienst Skype jedoch auch einen eigenen Sprachassistenten namens Cortana. Auch hier sollen Sprachbefehle ausgewertet worden sein. Das heikle daran, zum einen soll dies von externen Mitarbeitern durchgeführt worden sein, zum anderen handle es sich dabei teils um sehr sensible Informationen, wie Gesundheitsdaten oder Beziehungsprobleme einzelner Nutzer. Enthüllt wurde das ganze wohl durch einen Insider bei Microsoft, der dem US-Portal Motherboard einige dieser Mittschnitte zuspielte und dabei unterstrich, wie wenig Wert man bei Microsoft in der Praxis auf den Datenschutz achte. Schließlich sei es für diesen Insider ein leichtes gewesen, die Daten extern weiter zu geben, was diese Anschuldigung unterstreiche. (vgl. Jörn Brien vom 08.08.2019 auf t3n.de) 

Tragweite vielen unklar

Auch bei Microsoft beschwichtigte man mit denselben Argumenten wie zuvor die Konkurrenz. Man wolle lediglich die Qualität der Sprachassistenten verbessern und hole sich transparent dafür die Zustimmung der Nutzer ein. Auch achte der Konzern auf die Privatsphäre seiner Kunden, indem Daten nur anonymisiert weitergegeben werden, so Microsoft in einem Statement. Dass menschliche externe Mitarbeiter diese Mitschnitte auswerten, ließ Microsoft auch in seinem Statement hingegen unerwähnt. Vielen dürfte die Tragweite beim Zustimmen der Nutzungsbedingungen nicht wirklich klar gewesen sein. Die Konzerne sind rechtlich im Prinzip abgesichert und verweisen auf deren Transparenz. Dass wirklich Gespräche mitgehört werden können und so sensible Daten an die Konzerne gelangen, dürfte den meisten Nutzern jedoch durchaus unangenehm sein. Vor allem dann, wenn eben doch nicht ausreichend anonymisiert wird. (vgl. ebd.)

9 August 2019

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