Was ist Open Source CRM?

Erfahren Sie hier, worum es sich bei Open Source CRM-Software handelt und für welche Unternehmen sich diese Systeme eignen.

In Zusammenhang mit Unternehmenssoftware wie CRM-Systemen fällt häufig auch der Begriff „Open Source“. Doch worum handelt es sich hierbei genau und in welchen Fällen ist der Einsatz einer Open Source Software empfehlenswert? Dieser Fragen wollen wir uns im Folgenden einmal annehmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist CRM-Software? 

Die drei Buchstaben „CRM“ sind die Abkürzung für Customer Relationship Management; zu Deutsch Kundenbeziehungsmanagement oder vereinzelt auch Kundenpflege. Das CRM befasst sich mit der konsequenten Ausrichtung eines Unternehmens auf die eigenen Kunden. Damit geht gleichsam auch die systematische Gestaltung aller Kundenbeziehungsprozesse einher. Ein CRM-System ermöglicht Unternehmen die digitale Abbildung all dieser Prozesse. Innerhalb der Software lassen sich diese Prozesse dann ebenso verwalten wie auch optimieren und automatisieren.

Funktionen eines CRM-Systems 

CRM-Prozesse erstrecken sich zumeist über mehrere Geschäftsbereiche und Abteilungen. Eine CRM-Software muss dementsprechend auch in der Lage sein, die spezifischen Aufgabenbereiche einer bestimmten Abteilung abzubilden. Dazu bedarf es softwareseitig unterschiedlicher Funktionen, welche abhängig von ihrem Einsatzbereich in Modulen gebündelt werden können. Zu den wichtigsten Funktionen und Modulen einer CRM-Software zählen:

  • Der Vertrieb,
  • das Marketing,
  • der Kundenservice,
  • das Kontaktmanagement,
  • das Callcenter,
  • Workflows,
  • Das Reporting und
  • Das Projektmanagement.

Was sind Open Source Systeme? 

Der Begriff “Open Source” bedeutet in Zusammenhang mit Unternehmenssoftware, dass der Quellcode des Systems offen und freizugänglich ist. Das bedeutet, dass potenziell jeder den Code anzeigen sowie verändern und verteilen kann. Open Source Software (OSS) wird dezentral und kollaborativ entwickelt.

Hintergrund 

Die Open Source Bewegung hat zahlreiche Vorläufe und Ursprünge. Dazu zählen beispielsweise die Do-it-yourself-Bewegung, die Hacker-Bewegung der 1960er/ 1970er-Jahre sowie die Freie-Software-Bewegung der 1980er Jahre. Das Unternehmen Netscape Communications, welches 2003 letztlich aufgelöst wurde, entschied sich im Jahr 1998 angesichts Microsofts wachsender Dominanz am Browser-Markt, den Quelltext des nicht mehr wirtschaftlichen Netscape Navigators freizugeben.

Daraus entwickelte sich später das Mozilla-Projekt. Später wurde dann der Begriff „Open Source“ für freie Software im Marketing geprägt, um diese als frei von ethischen Werten und geschäftsfreundlich darstellen zu können. Zudem wurde angepasste Open Source Lizenzen geschaffen, welche auch für Wirtschaftsunternehmen attraktiv sein sollten.

Die Open Source Initiative 

Die Open Source Initiative (OSI) ist ein Organisation, welche sich der Förderung von Open Source Software widmet. Sie wendet den Begriff Open Source auf alle Systeme an, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  1. Kostenlose Weiterverbreitung: Die Lizenz erfordert keine Lizenzgebühren.
  2. Das Programm muss Quellcode enthalten und die Verbreitung im Quellcode ermöglichen.
  3. Die Lizenz muss Modifikationen und die Weiterverbreitung dieser zulassen.
  4. Die Lizenz darf die Verbreitung des Quellcodes in modifizierter Form nur dann einschränken, wenn sie die Verteilung von Patch-Dateien mit dem Quellcode zum Zweck der Modifikation des Programms zur Erstellungszeit erlaubt. 
  5. Die Lizenz darf keiner Personen bzw. personengruppen diskriminieren
  6. Auch darf die Lizenz niemanden daran hindern, das Programm in einem bestimmten Tätigkeitsbereich zu nutzen.
  7. Alle mit dem Programm verbundenen Rechte müsse für alle Parteien gelten, an welche das Programm weitergeleitet wird, ohne dass es für diese Parteien einer zusätzlicher Lizenz bedürfe.
  8. Die mit dem Programm verbundenen Rechte dürfen nicht davon abhängig sein, ob das Programm Teil einer bestimmten Softwareverteilung ist. Das bedeutet, dass die Lizenz nicht produktspezifisch sein darf.
  9. Auch darf die Lizenz keine andere Software einschränken. So darf die Lizenz beispielsweise nicht darauf bestehen, dass auch alle anderen auf demselben Medium vertriebenen Programme Open Source Systeme sein müssen.
  10. Zu guter Letzt muss die Lizenz technologieneutral sein. Das bedeutet, dass keine Bereitstellung der Lizenz auf einer einzelnen Technologie oder einem einzelnen Schnittstellentyp beruhen darf (vgl. opensoruce.org, 28.10.2021).

Ist Open Source CRM immer kostenlos?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Open Source Software kann auch kommerziell sein. Das bedeutet, dass Open Source Software auch verkauft oder vermietet werden darf. Kommerzielle Software und Open Source Systeme sind demnach keine absoluten Gegensätze. Open Source Software kann kostenlos sein, muss es jedoch nicht.

Wo können Gebühren anfallen?

Es stimmt jedoch, dass für Open Source Software keine Lizenzgebühren erhoben werden dürfen. Hierbei handelt es sich um ein Entgelt für die Einräumung von Nutzungsrechten. Es darf jedoch für den Datenträger selbst oder die Downloadmöglichkeit eine Gebühr verlangt werden (vgl. ifross.org, 28.10.2021).

Welche Open Source CRM- Systeme gibt es? 

Der Open Source Markt ist groß, vielfältig und erstreckt sich über zahlreiche Einsatzbereiche. Entsprechend realitätsfern ist es, eine gesamte Übersicht zu schaffen. Vielen dürften jedoch die Programme Firefox, Gimp, OpenOffice oder der VLC Media Player bekannt sein. All diese fallen in die Kategorie der Open Source Anwendungen.

Open Source CRM Markt 

Auch im Bereich des Kundenbeziehungsmanagement lassen sich einige Open Source Anwendungen finden. Zu bekannten Lösungen auf dem Open Source CRM Markt zählen beispielsweise Odoo und Bitrix24. Die Funktionen und Kosten von Open Source CRM Programmen können teils stark variieren. Daher sollten sich Unternehmen vor der Wahl eines geeigneten Systems in jedem Fall intensiv mit ihren eigenen Anforderungen auseinandersetzen.

Die Vor- und Nachteile von Open Source CRM 

Es lässt sich festhalten, dass Open Source Programme zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Grundsätzlich bieten sie einer gesamten Community die Möglichkeit zur Weiterentwicklung und Verbreitung und fördern somit Innovation. Dies setzt jedoch voraus, dass auch eine entsprechende Community vorhanden ist. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Community, desto langsamer der Fortschritt; und desto seltener werden auch Fehler gefunden.

Nachteile 

Anwender stehen somit in großer Abhängigkeit von einer aktiven Community. Wie aktiv eine Community ist, ist meist abhängig von der Nachfrage sowie dem Potenzial des Projektes. Auch gibt es weder einen klassischen Support noch Garantien. Wer als Anwender Hilfe benötigt, kann sich an die Community wenden. Je nach Lizenz muss zudem auch der Code der eigenen Modifikationen kostenlos veröffentlicht werden. Obgleich die Zugänglichkeit des Quellcodes anderen die Möglichkeit der Weiterentwicklung bietet, können auch potenzielle Angreifer leichter Schwachstellen im Projekt finden.

Fazit: Der Open Source CRM Markt 

Es wird deutlich, dass Open Source Software in vielen Bereichen großes Innovationspotenzial bietet. Auch im CRM-Sektor können zahlreiche Anwender auf Systeme mit offenem Quelltext zugreifen. Unternehmen sollten sich jedoch vor der Einführung einer Open Source Software intensiv mit den Vor- und Nachteilen auseinandersetzen und diese den eigenen Anforderungen gegenüberstellen. Letzten Endes hat jeder Betrieb eigene Anforderungen an ein geeignetes CRM-System, sodass sich keine pauschale Empfehlung für oder gegen ein Open Source CRM aussprechen lässt.

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