Marketing und Vertrieb an der Spitze der KI-Revolution: Was bringt das wirklich?

Beide Bereiche gelten als Vorreiter bei der Einführung von KI. Die Frage ist: Was haben sie bisher davon gehabt?

Die Welt steht nach wie vor im Bann der KI. Es gibt wohl kaum jemanden, der im Alltag völlig unabhängig von KI-Tools auskommt. Und trotz der heftigen Kritik, die die verschiedenen KI-Modelle immer wieder einstecken müssen, profitieren wir alle davon. Wichtig ist nur, dass man weiterhin selbstständig denkt und entscheidet. Solange man bewusst damit umgeht und nicht vollständig abhängig wird, bieten diese Tools vor allem Komfort und Effizienz.

Die meisten Fachbereiche und Organisationen sind voll und ganz auf den KI-Zug aufgesprungen, der in den letzten Jahren durch unser Leben gerast ist. Ganz vorne mit dabei waren unter anderem die Bereiche Marketing und Vertrieb. In diesem Artikel betrachten wir den aktuellen Stand der Dinge: Wie setzen diese Teams KI ein, und welche konkreten Ergebnisse sehen sie bisher?

KI: Für wen und wofür?

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Marketing und Vertrieb. Und um den Fortschritt von KI in Marketing und Vertrieb analysieren zu können, werfen wir einen Blick auf eine aktuelle Studie von General Assembly, die mehr als 300 Fachleute im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten befragt hat.
 
Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Vertriebsmitarbeiter sind bei der Einführung von KI-Tools führend. In dieser Abteilung nutzen nämlich 74 % in irgendeiner Form künstliche Intelligenz (KI). Das Marketing hinkt in dieser Statistik etwas hinterher, hier liegt der Wert bei insgesamt 64 %.
  • Die meisten Befragten verlassen sich höchstens ein paar Mal am Tag auf die Unterstützung durch KI. Bei einigen ist diese Abhängigkeit deutlich höher: 15 % nutzen KI bis zu 20 Mal pro Tag. Bei 5 % liegt die Zahl sogar über 20.
  • KI-Tools werden für die unterschiedlichsten Aufgaben eingesetzt. Die beliebtesten Anwendungen sind Content-Erstellung (57 %), Marktforschung und -analyse (49 %), Vertriebsaufgaben (47 %), Kundenbeziehungsmanagement (42 %) und Werbung (41 %).

(Zu) wenig Unterstützung

Die Vorteile von KI liegen oft auf der Hand. Hat man eine Frage oder möchte man etwas recherchieren, stellt man sie einfach und erhält oft innerhalb weniger Sekunden eine übersichtliche Antwort. Die Tools sorgen für mehr Effizienz und Automatisierung, wodurch Fachkräfte Zeit für wichtigere Aufgaben gewinnen.

Dennoch sind nicht alle Arbeitgeber gleichermaßen begeistert. Die Umfrage zeigt, dass fast die Hälfte der Arbeitnehmer (48 %) KI-Tools nutzt, die nicht von ihrem Arbeitgeber genehmigt wurden. Vor allem Finanzfachleute – also gerade diejenigen, die täglich mit sensiblen Daten arbeiten – sind hier führend.

Zugang zu relevanten Tools

Arbeitgeber investieren noch zu wenig in KI. Dennoch nutzen 47 % der Befragten genehmigte Tools, während 21 % auf kostenlose Varianten wie ChatGPT setzen. Weitere 21 % dürfen sich selbst ein KI-Tool aussuchen, sofern es vom Arbeitgeber genehmigt wurde.

Schulungen werden vernachlässigt

Die meisten kommen gut zurecht mit dem KI-Tool, für das sie sich letztendlich entscheiden. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder es versteht. Mehr noch: Selbst diejenigen, die kaum Schwierigkeiten haben, die Tools zu verstehen, müssen angeleitet werden. 

Dennoch zeigt sich, dass viele Unternehmen diese Bedeutung unterschätzen: 32 % erhielten nie eine Schulung, 20 % empfanden die Schulung als zu allgemein, 15 % erhielten nur Theorie und 16 % überhaupt keine Anleitung. Nur 17 % fühlen sich im Umgang mit KI gut geschult.

Die Auswirkungen von KI-Tools in Vertrieb und Marketing

Die Ergebnisse sprechen für sich: Fast alle Befragten sehen, dass die Tools ihnen Zeit sparen, wodurch sie sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren können. So geben 2 von 3 Befragten an, dass sie dank KI mehr Zeit für strategische Aufgaben haben; die Hälfte stellt fest, dass sie dank der Tools produktiver geworden sind.
 
Fast alle Befragten geben an, dass sie dank KI nicht nur schnellere, sondern auch bessere, datengestützte Entscheidungen treffen können. Dennoch gibt es immer noch einen Teil, der die Vorteile von KI noch nicht wahrnimmt. So sagen 22 %, dass sie die Produktivität (noch) nicht gesteigert hat, und 18 % sind der Meinung, dass sie sogar zusätzliche Arbeit mit sich gebracht hat.

Was muss geschehen?

Marketing und Vertrieb sind Vorreiter der KI-Revolution, vor allem weil die Tools relativ einfach zu implementieren sind. Auf jeden Fall wesentlich einfacher als in einem komplexen Produktionsprozess oder in einem Transportmanagementsystem.
 
Dennoch scheint es, als würde noch nicht alles ganz reibungslos laufen. Nutzer fordern mehr Unterstützung und klare Richtlinien und es ist Aufgabe der Arbeitgeber, diese bereitzustellen. Nur wenn Teams die Technologie wirklich verstehen und in ihrem eigenen Arbeitskontext anwenden, können Unternehmen den vollen Wert von KI ausschöpfen.

Ein letzter Tipp: Passen Sie die Schulungen an die Rolle des Nutzers an. Ein Marketingmitarbeiter arbeitet anders mit KI als ein Vertriebsmitarbeiter – warum sollten Sie ihnen also denselben Schulungsplan anbieten?

Quelle

General Assembly – AI in marketing & sales: Adoption is rising, but role-specific training isn’t keeping pace (19. August 2025)

1 Juni 2026

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